Gerade in der Winterzeit tun uns Früchte und ihre Vitaminen gut. Es müssen nicht immer Orangen, Zitronen oder Mandarinen sein. Hast du Lust einmal eine andere Frucht kennen zu lernen? Dann probiere Sanddorn aus!
Die kleinen korallenroten Beeren werden auch „Zitronen des Nordens“ genannt und sind wahre Vitaminbomben. Sie enthalten bis zu zehnmal so viel Vitamin C wie Zitronen. Schon drei Löffel Sanddornsaft sollen den kompletten Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin C abdecken.

Herkunft des Sanddorns
Der Sanddorn gehört zur Familie der Ölweidengewächse und ist eines der vitaminreichsten Wildobstgehölze. Die leuchtend orangen Sanddorn-Beeren wachsen auf stacheligen Büschen. Der Sanddorn hat seine Heimat ursprünglich in Zentralasien. Er bevorzugt ein raues Klima sowie losen kalkhaltigen Sandboden, felsige Hänge oder Sanddünen. In Europa war die Sanddornbeere als Vitamin C Spender lange unbekannt, während die tibetische Medizin die schützende Kraft der Beere und sein hautpflegendes Öl seit mehr als 1200 Jahren nutzt. Die Karriere der „Zitrone des Nordens“ begann in Deutschland beispielsweise in der DDR, wo Südfrüchte meist Mangelware waren, so dass der Sanddorn eine wichtige Vitaminquelle darstellte.

Verarbeitung des Sanddorns
Heute erhälst du Sanddorn als Saft, Mus, Tee, Sirup und in vielen weiteren Formen in jedem Reformhaus oder Bioladen. Da die Beeren sehr sauer sind, werden sie selten in ihrer rohen Form verzehrt. Werden sie jedoch schonend mit Schale gepresst und verarbeitet, bleiben die meisten Nährstoffe vom Sanddorn erhalten. Wer sich solch einen Vitaminspender in den Garten holen möchte, muss beim Pflanzen beachten, dass Sanddorn ein zweihäusiger Windbefruchter ist: die männlichen Büsche sollten so in der Hauptwindrichtung stehen, dass sie die weiblichen Büsche mit ihrem Blütenstaub befruchten können.

Heilwirkung und Anwendungsgebiete
Der Sanddorn wirkt adstringierend und tonisierend. Abwehrkräfte und Immunsystem werden durch den hohen Vitamingehalt der Beere gestärkt. Einsatz findet Sanddorn vor allem bei Vitaminmangel und dessen Folgen. So kann man den Sanddorn gegen Erkältungsneigung und nach langen Krankheiten einsetzen. Die Sanddorn-Beeren kann man auch als Marmelade oder auch als getrocknetes Fruchtpulver im Müsli oder Joghurt zu sich nehmen.

Wundermittel Sanddorn-Öl
Nicht nur in der Küche, sondern auch in der Kosmetik zeigt Sanddorn seine Wirkung. Das fette Öl des Fruchtfleisches und der Samen vom Sanddornsaft verwöhnt die Haut und hat eine heilende, entzündungshemmende Wirkung. Ein paar Tropfen pures Sanddorn-Öl auf wunde oder entzündete Haut kurbeln die Regeneration der Hautzellen an und unterstützen die Wundheilung.

Beerengarten im Salzburgerland
Auf einer Pressereise im Salzburgerland bin ich auf die Obst- und Beerengarten Kleinbrennerei von Erna und Leonhard Tribuser gestossen. Ihre Arbeit und Leidenschaft hat mich faszinisert. So erzählte Erna Tribuser, wie sie im Jahre 1993 eine umfangreichere Pflanzung im Garten vorgenommen haben. Dabei wollten sie Pflanzen wählen, die nicht von jedermann gezogen werden und zudem einen gesundheitlichen Wert und Nutzen haben. Nebst Sanddorn bauten sie auch Apfelbeere (Aronia), Dirndl (Kornelkirsche), Vogelbeeren, Schlehdorn, Himbeeren, Heidelbeere und Quitte an. Aufgrund schwieriger Erntebedingungen und einer langen Anlaufphase von sechs bis acht Jahren bis zur ersten Ernte ist der Sanddorn ein relativ teurer Rohstoff. Das Besondere am Sanddorn ist, wie ich von Erna weiter erfahren habe, dass alles restlos verwertet werden kann und dabei gesundheitlich wertvoll ist. Beispielsweise stelle sie aus den Fruchtrückständen der Safterzeugung Sanddornpulver her, indem sie die Schalen und Kerne trockne und fein mahle. Dieses Pulver könne gut zu Joghurt, Müsli oder Ähnliches beigegeben werden. Die Blätter verwende sie für Tee und die Herstellung von Hydrolaten für selbstgemachte Salben und Badezusätze. Mehr dazu findest du unter folgendem Link:
www.tribuser.at

Und hier noch einige Sanddornrezepte für Hautpflege und Genuss:

Winterdrink
– Eine reife Mango und ½ Banane schälen, klein schneiden.
– Mit 300 ml Buttermilch, 200 ml frisch gepresstem Orangensaft und 100ml Sanddornsaft
im Mixer pürieren.
– Auf Gläser verteilen und geniessen.
Sanddorneis
– 300g Sanddorn-Mus mit 2 Eigelb und 3 EL Birnendicksaft verrühren.
– 200 ml Schlagsahne, steif geschlagenes Eiweiss von 2 Eiern, 1 Päckchen Vanillezucker
unterheben und in Glasschalen in den Gefrierschrank geben.
Öl gegen Verbrennungen
– 50 ml Johanniskrautöl, 50 Tropfen Sanddorn-Fruchtfleisch-Öl und 20 Tropfen
ätherisches Lavendelöl miteinander mischen.

Nun wünsche ich dir von Herzen eine energie- und vitaminreiche Winterzeit.

Herzlich